Hannover 96 gegen Braunschweig: Was hinter der Derby-Rivalität steckt
Am Sonntag, 25. Oktober, trifft Hannover 96 auf Eintracht Braunschweig. Die Rivalität reicht weit über den Fußball hinaus. Ein Blick auf die Geschichte.
Hannover 96 trifft am Sonntag, 25. Oktober, im Niedersachsenderby auf Eintracht Braunschweig. Vor dem nächsten Pflichtspiel lohnt ein Blick auf die Geschichte dieser Nachbarschaft: Politische Konkurrenz, umstrittene Entscheidungen und sportliche Wendungen haben das Verhältnis geprägt, wie t-online berichtet.
Die Konkurrenz begann lange vor dem Fußball
Rund 50 Kilometer trennen die beiden Städte. Ihre Rivalität reicht jedoch Jahrhunderte zurück. Braunschweig wurde 1140 unter Heinrich dem Löwen zur Hauptstadt des Herzogtums Sachsen. Herzog Georg von Calenberg machte 1636 dagegen Hannover zu seiner Residenz. Mit dem politischen Aufstieg Hannovers verschoben sich die Machtverhältnisse.
Braunschweiger Fürsten versuchten später, mithilfe eines Bündnisses mit Frankreich wieder mehr Einfluss zu gewinnen. Hannover schlug den Aufstand gewaltsam nieder. Die wirtschaftliche und kulturelle Konkurrenz blieb bestehen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Hannover Hauptstadt des neu gegründeten Landes Niedersachsen.
Entscheidungen, die bis heute zum Derby gehören
Im Fußball sorgte bereits die Auswahl der Bundesliga-Gründungsmitglieder für Konfliktstoff. Braunschweig erhielt einen Platz, Hannover nicht. Dabei lag 96 in der Zwölf-Jahres-Wertung vorn, war finanziell besser aufgestellt und besaß mit dem Niedersachsenstadion das größte Stadion des Landes. Der DFB wies Hannovers Beschwerde gegen die Lizenzvergabe zurück.
Eine besonders dramatische Wendung folgte in der Saison 1972/73. Nach einem 2:3 gegen Braunschweig am 32. Spieltag stand Hannover dicht vor dem Abstieg. Doch am letzten Spieltag gewann 96 beim damals drittplatzierten Wuppertaler SV mit 4:0. Hannover zog noch an der Eintracht vorbei – absteigen musste Braunschweig.
Auch in der Regionalliga trafen beide aufeinander: 1998 sicherte sich Hannover durch einen Sieg im direkten Duell am vorletzten Spieltag die Meisterschaft. Kurz darauf folgte der Aufstieg in die zweite Liga.
Zur Derbygeschichte gehören allerdings auch gewaltsame Auseinandersetzungen außerhalb des Spielfelds. Wegen Zusammenstößen zwischen Hooligans und Fans stufte die Polizei die Begegnungen über Jahre hinweg als Hochrisikospiele ein.
Quelle: t-online